Medienmitteilung der IG Anbindestall Schweiz
Am 1. März 2024 publizierte die Bauernzeitung einen Artikel mit dem Titel „STS sieht keine Vorteile in der Anbindehaltung“. Darauf hat die IG Anbindestall Schweiz, welche kurz vorher ihr 10-jähriges Jubiläum gefeiert hat, den STS in seiner neuen Besetzung in einen Anbindestall eingeladen. Der Austausch war angeregt und transparent und auch wenn die beiden Organisationen sich nicht in allem einig sind, so konnten dennoch gemeinsame Punkte identifiziert werden.
Am 20. November 2024 traf sich der Vorstand der IG Anbindestall mit Nicole Disler und Marine Brand vom Kompetenzzentrum Nutztiere & Kontrolldienst STS im neuen Anbindestall der Familie Michael und Franziska Gerber in Unterlangenegg.
Michael Gerber stellte den Betrieb vor und erklärte, welche Gründe sie zum Bau eines Anbindestalles bewogen haben. Auf einem Rundgang durch das grosszügige, helle Stallgebäude zeigte Simon Meyer anhand der sechs Punkte des Kuhsignale-Diamanten (Futter, Wasser, Licht, Luft, Ruhe, Raum) das Tierwohl im Anbindestall auf.
Nicole Disler, seit 1. September 2024 Leiterin des Kompetenzzentrums für Nutztiere beim STS wies darauf hin, dass durchaus positiv zu erwähnen sei, dass alle Kühe hier ihre Hörner behalten durften und über viel Tageslicht und frische Luft im Stall verfügten. Zudem betonte sie, dass sie sich immer freut, wenn ursprünglichere Rassen gehalten werden, wie hier Simmentalerkühe. Erst recht, wenn diese so weit wie möglich ohne Kraftfutter gefüttert werden.
Später versuchte man, in einer kurzen Sitzung, gemeinsame Ziele zu finden. Nicole Disler stellte klar, dass es für den STS kein Pro-Argument für den Anbindestall gibt, welches die Tatsache des Angebunden-Seins aushebeln kann. „Arttypische Verhaltensweisen wie der Sozialkontakt oder Bewegungsfreiheit bleiben den Tieren so verwehrt. Und das ist nicht artgerecht für ein Herdentier.“ hält Disler fest. Im Moment sei aber ein Verbot der Anbindehaltung in der Schweiz keine umsetzbare Option.
Der STS betonte, dass Betriebe im Berggebiet, besonders die kleinstrukturierten Mehrstufenbetriebe, sehr wichtig seien für die Erhaltung und Förderung der Biodiversität, weil hier Flächen genutzt werden können, die sich nicht für den Ackerbau eignen. Es sei im Interesse aller, dass hier Lösungen gefunden werden, hiess es weiter.
Schliesslich konnte die stete Verbesserung des Tierwohls in den Schweizer Ställen als gemeinsames Ziel definiert werden. Beide Parteien zeigten sich auch bereit für weitere Gespräche.
Der Vorstand der IG Anbindestall Schweiz bedankt sich beim Schweizer Tierschutz für die Bereitschaft und den Austausch und der Schweizer Tierschutz STS dankt herzlich für die Einladung.
Mit freundlichen Grüssen
IG Anbindestall Schweiz




